Endfassung: Ich sehe eine Welt

Ich sehe eine Welt, in der unsere Blicke andere Blicke finden,

die nicht bereits im Bildschirm verschwinden.

In der wir nicht ununterbrochen ein kaltes Gerät zwischen den Fingern halten,

sondern die freie Hand zur Hilfe reichen.

Eine Welt, in der nicht jeder schreit: „ich zuerst“,

sondern auch mal stehen bleibt und den Vortritt lässt.

Ich sehe eine Welt, in der wir nicht „höher, schneller, weiter“ streben,

sondern uns Zeit für das hier und jetzt nehmen.

In der wir nicht stur geradeaus von Ziel zu Ziel gehen,

sondern auch mal Innehalten, um uns auf unserem Weg umzusehen.

Eine Welt, in der nicht die Umwelt uns mit Forderungen kontrolliert,

sondern jeder den Verbrauch seiner Zeit selbst definiert.

Ich sehe eine Welt, in der wir nicht dem „mehr, mehr, mehr“ nachjagen,

sondern dankbar sind, für all das, was wir schon längst bei uns haben.

In der wir mit Dankbarkeit auftauen und nicht durch Angst erstarren.

Eine Welt, in der sich die gehobenen Ellenbogen zu weiten Umarmungen ausfahren.

Ich sehe eine Welt, in der wir nicht nach oben greifen und nach unten treten,

damit wir bloß nicht von Nachfolgenden eingeholt werden.

In der wir anstatt Mauern Brücken bauen,

um gemeinsam in dieselbe Richtung zu schauen.

Ich sehe eine Welt, in der wir unsere Ziele nicht durch Einschüchterung erreichen.

In der wir nicht Ängste schüren, sondern Mut darreichen.

Eine Welt, in der wir uns nicht einzeln klein, sondern gemeinsam groß fühlen können.

Ich sehe eine Welt, in der wir das „wir“ nicht als Gegenteil von „ihr“ sagen.

In der wir dieses „wir“ auch als echtes Gefühl tragen.

Eine Welt, in der wir nicht mit geballten Fäusten, sondern Hand in Hand, durch die Straßen laufen.

Ich sehe eine Welt, in der „wir“ uns nicht nach Unterschieden einteilen,

sondern unsere Ähnlichkeiten fühlen.

In der wir uns gegenseitig in die Augen schauen

durch die uns die gleichen Zweifel und Hoffnungen berühren.

In der wir nicht Unabhängigkeit als höchstes Ziel haben

sondern Zusammenhalt.

Uns nicht gegenseitig auf Abstand halten

bis in die totale Einsamkeit.

Ich sehe eine Welt, In der wir alle nicht nach dem „perfekten Ich“ streben,

sondern für das perfekte „Wir“ alles geben.

Mit geschlossenen Augen, kann ich all das sehen.

Und meine Hoffnung ist,

es wird mit offenen Augen in Zukunft genauso gehen.

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2 Gedanken zu “Endfassung: Ich sehe eine Welt

  1. Das ist gut geworden, liebe Laura.
    Ich würde oben in dem Satz „Eine Welt, in der nicht die Umwelt uns mit Forderungen kontrolliert“, das Wort Umwelt vllt durch „Umfeld“ ersetzen, weil man darunter eher die Menschen um einen herum versteht.
    Oder was meinst du dazu?

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    1. Liebe Ilanah,

      vielen dank für dein Kompliment. So betrachtet hast du mit deiner Anmerkung natürlich Recht, allerdings muss ich bei und umgebenden „Forderungen“ tatsächlich an mehr als unsere Mitmenschen denken. Alleine bestimmte Uhrzeiten erwarten ja schon gewisse Handlungen von uns, wie beispielsweise „Langschläfer“ zu sein, weil man bis 11 Uhr schläft oder bis zum Mittag schon Dinge erledigt haben soll… je nach Lebenswandel. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine?
      Liebe Grüße, Laura

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